Alkoholismus wird meistens mit Alkoholabhängigkeit gleichgesetzt und bedeutet einen länger dauernden übermässigen Alkoholkonsum mit körperlichen, psychischen und sozialen Folgeschäden. Von Alkoholmissbrauch spricht man, wenn durch den Alkoholkonsum deutliche psychische und körperliche Veränderungen bewirkt werden. Wird daraus ein zwanghaftes Bedürfnis und ein Angewiesensein auf Alkohol, spricht man von Alkoholabhängigkeit.
Psychische (seelische) Abhängigkeit ist gekennzeichnet durch starkes, gelegentlich übermächtiges oder zwanghaft auftretendes Verlangen, Alkohol zu konsumieren.
Unter körperlicher Abhängigkeit versteht man eine Anpassung des Körpers an die Anwesenheit von Alkohol, die bei Absetzen des Alkohols zu Entzugssymptomen wie Unruhe, Zittern, übelkeit und Erbrechen führt. Es entsteht eine Toleranz, d.h. immer mehr Alkohol wird benötigt, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
Der Übergang von der psychischen zur körperlichen Abhängigkeit ist fliessend. Weitere Kriterien der Abhängigkeit sind eine verminderte Kontrollfähigkeit zur Beendigung des Alkoholkonsums, eine Einengung der Gedanken auf den Alkoholkonsum, Vernachlässigung von anderen Interessen und das Fortsetzen des Konsums trotz erkennbarer schädlicher Folgen. Die schädlichen Folgen der Alkoholabhängigkeit sind enorm und reichen von sozialen Auswirkungen wie Scheidung, Arbeitslosigkeit und Schulden bis zu psychischen und körperlichen Problemen. Es gibt kaum ein menschliches Organ, das vom Alkohol verschont bleibt. Häufige psychische Auswirkungen sind Schlafstörungen und Depressionen.
In der Schweiz sind rund 300’000 Personen alkoholabhängig oder trinken zumindest gesundheitsschädigende Mengen. Eine Untersuchung in Spitälern hat ergeben, dass rund 20 Prozent aller Patientinnen und Patienten Alkoholprobleme aufweisen. Bei den 40- bis 50-jährigen Männern sind es sogar mehr als 50 Prozent.